Samstag, November 10, 2012

Die Mauern

Heute sagte eine Nachbarin, sie habe gehört, je älter man würde, desto besser erinnere man sich an die Vergangenheit. 

Und es fiel ihr ein, wie oft sie als Kind im Winter mit ihrem Bruder zum Weiher gehen musste, um die Eislöcher zu kontrollieren und wie oft eines von beiden Kindern ins Eis eingebrochen ist und doch waren sie immer gut behütet.

Im Laufe des Lebens baut man sich auf der einen, oder anderen Ebene Mauern auf, um die Wiederholung erlittenen Leides zu vermeiden.

Damit verhindert man auch das eigenen Wahrnehmen und Empfinden. Wie abgetrennt von einem wichtigen Seelenanteil igeln wir uns ein und schalten uns aus.

Wenn es dann gelingt die Mauern abzutragen, oder aufzulösen, beginnt eine ganz neue Art lebendig und empfindsam zu sein.

Dem alten Manne ging es ebenso. In dem Maße, in dem er die Öffnung der Gefühle und Erinnerungen wieder zuließ, trat ein Entlastungs- und Verjüngungsprozess  ein, der Lebensfreude und Spontaneität wieder möglich machte.

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