Montag, November 05, 2012

Das Geschenk ist der Respekt

Mitgefühl unterscheidet sich vom Mitleid.

Ich kann mitfühlen, weil ich vergleichbare Erlebnisse habe und dadurch eher nachvollziehen kann, was ein anderer gerade durchmacht.

Mitleiden heißt, dem anderen etwas von seinem Leid nehmen zu wollen und das geht immer schief. Es gehört zum Recht und zur Würde des Menschen, daß er sein eigenes Päckchen selber trägt. Das macht ihn stark.

Das Geschenk ist der Respekt vor dem Leid und dem Gefühl des Anderen, es bei ihm zu lassen, so, wie die Freunde von Hiob nur still bei ihm saßen. Wie groß ist das und wie liebevoll.

Wie oft erleben wir Kinder uns stärker, als unsere Eltern und Großeltern. Wir schauen auf sie hinab und bemerken dabei garnicht, daß wir ihnen, oft auch aus den edelsten Motiven, der größten Liebe, etwas wegnehmen und sie dadurch schwächen.

In der Reihenfolge sind sie vor uns auf die Welt gekommen und wenn alles der Ordnung entspricht, gehen sie auch vor uns. Sie haben sich schon im Leben bewährt, als von uns überhaupt noch keine Rede war.

Doch manchmal erleben wir, daß die Bindung der Lebenden an die Toten so stark ist, dass ein Impuls " Ich folge Dir nach" eine so große Kraft gewinnt, dass ein  Kind das Leben aufgeben und verlassen will, es in der Wiederholung des Schicksales auch tut.

Doch auch die Bindung an die Lebenden erzeugt aus Liebe die Opferimpulse, die z.B. lauten: "Lieber gehe ich, als Du". Doch wem dient das?

Wie fühlt sich der Satz an: " Jetzt mache ich etwas aus meinem Leben, auch Dir zu Ehren"

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